{"id":635,"date":"2015-01-05T20:55:17","date_gmt":"2015-01-05T18:55:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wobblies-kassel.de\/?p=635"},"modified":"2015-01-27T10:33:06","modified_gmt":"2015-01-27T08:33:06","slug":"der-mindestlohn-fluch-und-segen-zugleich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wobblies-kassel.de\/?p=635","title":{"rendered":"Der Mindestlohn: Fluch und Segen zugleich"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #800000;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Man kann es gut finden, oder <\/span><\/span><span style=\"color: #800000;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">auch nicht, aber ab dem 01.01<\/span><\/span><span style=\"color: #800000;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">.2015 gilt der fl\u00e4ch<\/span><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">endeckende Mindestlohn. Dieser ist <\/span><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">festgeschrieben im Mindestlohngesetz (MiLoG).<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva;\"><a href=\"http:\/\/www.wobblies-kassel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/mindestlohn.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-636 size-full\" src=\"http:\/\/www.wobblies-kassel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/mindestlohn.jpg\" alt=\"mindestlohn\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><\/span><\/span><\/span><\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">(gefunden auf der <a href=\"http:\/\/iwwrostock.blogsport.eu\/2014\/12\/21\/der-mindestlohn-fluch-und-segen-zugleich\/\" target=\"_blank\">Website<\/a> der IWW Rostock)<\/p>\n<p>F\u00fcr viele Arbeit<\/span><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">nehme<\/span><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">rInnen ist die Anhebung des Stundenlohns eine <\/span><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">finanzielle Erleich<\/span><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">terung. Je nach Branche, oder eben nur nach vertraglicher Vereinbarung, steigt der Lohn von 1<\/span><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u20ac bis zu 4\u20ac\/Std. F\u00fcr viele ArbeitnehmerInnen f\u00e4llt mit dem Mindestlohn der verhasste Gang zur Agentur f\u00fcr Arbeit weg, um aufstockende Leistung zu beantragen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">8,50\u20ac\/Std. k\u00f6nnen nicht dar\u00fcber hinweg t\u00e4uschen, dass mit diesem Stundenlohn immer noch die Altersarmut droht!<\/span> <span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">8,50\u20ac\/Std. bedeutet immer noch eine finanzielle Situation, mit der sich keine Zukunft langfristig planen l\u00e4sst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">W\u00e4hrend sich angebliche Wirtschaftsweisen und sogenannte Experten noch dar\u00fcber uneins sind, ob der MiLo gut oder schlecht f\u00fcr die Erhaltung von Arbeitspl\u00e4tzen ist, haben sich die Unternehmen l\u00e4ngst \u00fcberlegt wie sie den Mindestlohn umgehen k\u00f6nnen \u2013 und das zum Teil mit anwaltlichen Hilfen.<\/span> <span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Mittlerweile f\u00fcllen Tipps und Tricks ganze Webseiten, und Foren sind mit Mindestlohnumgehungsgeschw\u00e4tz vollgeschmiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Im Folgenden haben wir ein paar legale und illegale Umgehungspraktiken zusammen getragen, die von Bossen angewendet werden, und die uns als Wobblies begegnen k\u00f6nnen.<\/span> <span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Abschlie\u00dfend sei angemerkt, dass dies prim\u00e4r keine Kritik am Mindestlohn sein soll, obwohl es \u00e4u\u00dferst viel zu kritisieren gibt! Im Vordergrund soll der Informationscharakter stehen um einer Horde Bosse, die bereits seit Monaten gut informiert sind, nicht v\u00f6llig ahnungslos entgegen zu treten. Die vorliegenden Informationen sind Stand Dezember 2014.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: courier new,courier; font-size: 14pt; color: #800000;\">Das MiLoG: Die Ausnahmen<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Beginnen wir mit den L\u00f6chern im Mindestlohngesetz. Diese L\u00f6cher sind so gro\u00df, dass fast alle Umgehungspraktiken hindurch passen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: courier new,courier; font-size: 12pt; color: #800000;\">Vom Mindestlohn 8,50\u20ac\/ Stunde wurden ausgeschlossen:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211; Jugendliche unter 18 Jahre ohne abgeschlossene Berufsausbildung<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211; Langzeitarbeitslose in den ersten 6 Monaten der Besch\u00e4ftigung <br \/>\u00a0\u00a0\u00a0 (\u00dcberpr\u00fcfung in 2016)<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211; Pflichtpraktika<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211; Freiwillige Praktika mit einer Dauer von bis zu 3 Mon. im Rahmen<br \/>\u00a0\u00a0 einer Ausbildung\/ Studium<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211; Bis Ende 2016 gelten in Branchen mit l\u00e4nger laufenden<br \/>\u00a0\u00a0 Tarifvertr\u00e4gen diese auch mit L\u00f6hnen unter dem MiLo weiter<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211; Freie MitarbeiterInnen<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211; Werkvertr\u00e4ge<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: courier new,courier; font-size: 12pt; color: #800000;\">F\u00fcr SaisonarbeiterInnen in z.B. Gastro oder Landwirtschaft gilt:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211; der MiLo gilt! ABER die Befreiung von der Sozialversicherungspflicht <br \/>\u00a0\u00a0\u00a0 wurde von 50 auf 70 Tage erh\u00f6ht (befristet auf 4 Jahre)<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211;\u00a0 Kost und Logis k\u00f6nnen leichter verrechnet werden*<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: courier new,courier; font-size: 12pt; color: #800000;\">ZeitungszustellerInnen:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Die ZeitungszustellerInnen werden stufenweise an den MiLo angepasst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0\u00a0\u00a0 ab 2015 bekommen sie 6,38\u20ac<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0\u00a0\u00a0 ab 2016 bekommen sie 7,22\u20ac<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0\u00a0\u00a0 ab 2018 bekommen sie 8,50\u20ac<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">1 Euro Jobs fallen per Mindestlohngesetz nicht unter die Ausnahmen, bleiben jedoch bestehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\"><span style=\"color: #800000; font-size: 12pt;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Grund:<\/span> <\/span>Es bestehen keine Arbeitsvertr\u00e4ge und somit keine Stundenl\u00f6hne. Der obligatorische 1\u20ac\/ Std. soll eine Aufwandsentsch\u00e4digung darstellen. Das Wort \u201eJob\u201c wirkt hier irref\u00fchrend. Diese sittenwidrig entlohnte Arbeit soll eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt darstellen, die obendrein von nicht wenigen Firmen als kosteng\u00fcnstige Alternative zu Hausmeisterservices oder \u00e4hnlichen Dienstleistungen missbraucht wird.<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit H\u00e4ftlingen: Viele von ihnen Arbeiten auch im Knast, werden aber den Mindestlohn nicht erhalten.<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Beides muss abgeschafft werden! Arbeit ist Arbeit und muss nach dem Aspekt der Gleichbehandlung auch gleich, also mit mind. 8,50\u20ac\/ Std, entlohnt werden. Alles andere ist moderne Sklavenhaltung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: courier new,courier; font-size: 12pt; color: #800000;\">Das MiLoG: m\u00f6gliche Tricks zur Umgehung<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt; font-family: courier new,courier;\"><span style=\"color: #008000;\">Unbezahlte \u00dcberstunden:<\/span><\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Auf den \u201earbeitgeberfreundlichen\u201c Webseiten werden unbezahlte \u00dcberstunden als Ma\u00dfnahme genannt um den MiLo zu umgehen. So soll die Arbeitszeit verl\u00e4ngert und somit der Stundenlohn gesenkt werden. <strong>Dies ist illegal.<\/strong> Jede Arbeitsstunde muss mit 8,50\u20ac verg\u00fctet werden oder in Form von Freizeitausgleich gew\u00e4hrt werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Des Weiteren besteht laut <strong>\u00a717 MiLoG die Aufzeichnungspflicht.<\/strong> Das bedeutet: Der Arbeitgeber muss Beginn, Ende und Dauer der t\u00e4glichen Arbeitszeit f\u00fcr alle Besch\u00e4ftigten in den in \u00a7 2a SchwarzArbG genannten Wirtschaftsbereichen bzw. -zweigen und f\u00fcr alle geringf\u00fcgig Besch\u00e4ftigten im Sinne des <strong><span style=\"color: #993366;\">\u00a7 8 SGB IV<\/span><\/strong> (mit Ausnahme der Besch\u00e4ftigten in Privathaushalten nach <strong><span style=\"color: #993366;\">\u00a7 8a SGB IV<\/span><\/strong>) sp\u00e4testens bis zum Ablauf des siebten auf den Tag der Arbeitsleistung folgenden Kalendertages aufzeichnen und die Aufzeichnungen wenigstens zwei Jahre \u2013 beginnend ab dem f\u00fcr die Aufzeichnung ma\u00dfgeblichen Zeitpunkt \u2013 aufbewahren. Das Kontrollorgan ist in diesem Fall der Zoll.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: courier new,courier; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #008000;\">Ausnahme der Aufzeichnungspflicht\/ gelockerte Aufzeichnungspflicht:<\/span><\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Ein Arbeitgeber gen\u00fcgt der Aufzeichnungspflicht, wenn er <strong>nur die Dauer<\/strong> der t\u00e4glichen Arbeitszeit erfasst. Dies gilt f\u00fcr folgende ArbeitnehmerInnen, die f\u00fcr die Zustellung von Briefen, Paketen und Druckerzeugnissen, Abfallsammlung, Stra\u00dfenreinigung, dem Winterdienst, G\u00fctertransport und der Personenbef\u00f6rderung zust\u00e4ndig sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: courier new,courier; font-size: 12pt; color: #008000;\">Freie Mitarbeiter \/ (Schein)Selbstst\u00e4ndige:<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Freie MitarbeiterInnen sind vom MiLo ausgeschlossen. Der Einsatz ist f\u00fcr Firmen also ein legaler Weg um den MiLo nicht zahlen zu m\u00fcssen.<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Allerdings muss der\/die freie MitarbeiterIn auch eine(r) sein. Das Umwandeln eines bereits bestehenden Arbeitsverh\u00e4ltnisses hin zum freien MitarbeiterIn ist <strong>nicht erlaubt.<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: courier new,courier; font-size: 12pt; color: #008000;\">Werkvertr\u00e4ge:<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">F\u00fcr Werkvertr\u00e4ge gilt grunds\u00e4tzlich dasselbe wie f\u00fcr freie MitarbeiterInnen. Bei einem Werkvertrag kann es sich um eine freie Mitarbeit handeln. Aber Werkvertr\u00e4ge werden auch missbraucht. So werden Scheinwerkvertr\u00e4ge mit fest angestellten MitarbeiterInnen geschlossen um niedrigere L\u00f6hne zahlen zu k\u00f6nnen und Sozialabgaben zu sparen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Dem hat das Bundesarbeitsgericht (BAG, Az.: 10 AZR 282\/12) ein Riegel vorgeschoben: Wenn eine Arbeitsleistung \u00fcber Jahre hinweg vor Ort erbracht wird, dann handelt es sich um eine(n) MitarbeiterIn, nicht aber um einen Werkvertrag. Die Begr\u00fcndung im Urteil lautet, dass \u201ein der Gesamtschau (der Sachlage) die T\u00e4tigkeit in pers\u00f6nlicher Abh\u00e4ngigkeit zu werten gewesen sei\u201c. Weiter begr\u00fcndeten die Richter: \u201eBereits die Gestaltung des Werksvertrags lasse erkennen, dass es nicht um die <strong>Herstellung einer Sache<\/strong> oder die <strong>Erzielung eines Erfolgs<\/strong> gegangen sei, sondern um die Aus\u00fcbung einer bestimmten T\u00e4tigkeit\u201c.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: courier new,courier; font-size: 12pt; color: #008000;\">Des Weiteren gilt im MiLoG \u00a713 Haftung des Auftraggebers<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt; background-color: #e6e6e6;\">\u201eEin Unternehmer, der einen anderen Unternehmer mit der Erbringung von Werk- oder Dienstleistungen beauftragt, haftet f\u00fcr die Verpflichtungen dieses Unternehmers, eines Nachunternehmers oder eines von dem Unternehmer oder einem Nachunternehmer beauftragten Verleihers zur Zahlung des Mindestlohns an Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer nach \u00a7 1 Absatz 1 wie ein B\u00fcrge, der auf die Einrede der Vorausklage verzichtet hat. Die Haftung nach Satz 1 entf\u00e4llt, wenn der Unternehmer nachweist, dass er weder positive Kenntnis noch grob fahrl\u00e4ssige Unkenntnis davon hatte, dass der Arbeitgeber seiner Verpflichtung zur Zahlung des Mindestlohns nicht nachkommt.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: courier new,courier; font-size: 12pt; color: #008000;\">Besch\u00e4ftigung von PraktikantInnen:<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Pflichtpraktika und freiwillige Praktika im Rahmen einer Ausbildung\/ eines Studium mit einer Dauer von bis zu 3 Monaten sind vom Mindestlohn ausgeschlossen worden.<\/span> <span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Ein bestehendes Arbeitsverh\u00e4ltnis in ein entsprechendes Praktikumsverh\u00e4ltnis umzuwandeln ist <strong>nicht erlaubt.<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: courier new,courier; font-size: 12pt; color: #008000;\">Herabsenkung der Arbeitszeit:<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Das blo\u00dfe Herabsenken der Arbeitszeit ist an sich erlaubt, <strong>WENN<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211; der\/die MitarbeiterIn zugestimmt hat (\u00c4nderungsvereinbarung)<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211; die Arbeitszeit wirklich gesenkt wird (sonst siehe Unbezahlte <br \/>\u00a0\u00a0\u00a0 \u00dcberstunden)<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211; der MiLo muss trotz verringerter Arbeitsstunden 8,50\u20ac betragen<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Sollte der\/die MitarbeiterIn durch die \u00c4nderungsvereinbarung dem Herabsenken der Arbeitszeit nicht zustimmen, k\u00f6nnte der Arbeitgeber es erneut mit einer <strong>\u00c4nderungsk\u00fcndigung<\/strong> versuchen. Die Regelungen zur \u00c4nderungsk\u00fcndigung finden sich im K\u00fcndigungsschutzgesetz (KSchG). Die \u00c4nderungsk\u00fcndigung bedarf einer sozialen Rechtfertigung!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: courier new,courier; font-size: 12pt; color: #008000;\">Verzichtserkl\u00e4rung des\/der ArbeitnehmerIn<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Der Mindestlohn ist unabdingbar. Daher ist eine unterschriebene Verzichtserkl\u00e4rung des\/der ArbeitnehmerIn <strong>ung\u00fcltig.<\/strong> Der Arbeitgeber hat 8,50\u20ac\/ Std. zu zahlen sowie die sozialversicherungspflichtigen Abgaben nachzuzahlen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt; color: #800000;\">\u00a73MiLoG lautet:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt; background-color: #e6e6e6;\">\u00a0\u201eVereinbarungen, die den Anspruch auf Mindestlohn unterschreiten oder seine Geltendmachung beschr\u00e4nken oder ausschlie\u00dfen, sind insoweit unwirksam. Die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer kann auf den entstandenen Anspruch nach \u00a7 1 Absatz 1 nur durch gerichtlichen Vergleich verzichten; im \u00dcbrigen ist ein Verzicht ausgeschlossen. Die Verwirkung des Anspruchs ist ausgeschlossen.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: courier new,courier; font-size: 12pt; color: #008000;\">Vormals MinijobberInnen, zuk\u00fcnftig ArbeitnehmerInnen in der Gleitzone:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211;\u00a0 auch f\u00fcr MinijobberInnen gilt der Mindestlohn<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211;\u00a0 MinijobberInnen erhalten monatlich max. 450\u20ac<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211;\u00a0 brutto = netto<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211;\u00a0 Steuern und Abgaben sind allein vom Arbeitgeber zu tragen<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211;\u00a0 ab 01.01.2015 bei MinijobberInnen zu beachten: Es gilt laut<br \/>\u00a0\u00a0\u00a0 MiLoG\u00a717 arbeitgeberseitig die Aufzeichnungspflicht; Beginn, Ende <br \/>\u00a0\u00a0\u00a0 und Dauer der t\u00e4glichen Arbeitszeit m\u00fcssen erfasst werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt; color: #800000;\">Das bedeutet:<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">F\u00fcr Arbeitgeber k\u00f6nnte es finanziell interessant sein aus einem\/r MinijobberIn eine(n) MitarbeiterIn in der Gleitzone zu machen. MitarbeiterInnen in der Gleitzone d\u00fcrfen max. 850\u20ac verdienen und haben arbeitnehmeranteilige sozialversicherungspflichtige Abgaben. Dies kann zu Ersparnissen auf Seiten des Arbeitgebers f\u00fchren.<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Ob dies ein praktikables Modell wird ist fraglich und muss die Zukunft zeigen. Zum \u201eProblem\u201c f\u00fcr den Arbeitgeber k\u00f6nnte z.B. der durch die Umwandlung aufgetretene fehlende flexible Einsatz der MitarbeiterInnen werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt; color: #800000;\">Was ist mit RentnerInnen, die sich etwas zu ihrer Rente dazu verdienen (m\u00fcssen)?<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Der Mindestlohn ist an kein Alter gebunden. Auch RentnerInnen m\u00fcssen mit 8,50\u20ac\/ Std. verg\u00fctet werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt; color: #800000;\">Geringere Verg\u00fctung des Bereitschaftsdienstes und der Rufbereitschaft:<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\"><br \/>Definitionen:<\/span> <span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Bereitschaftsdienst<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211; z\u00e4hlt zur Arbeitszeit (Arbeitszeitgesetz)<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211; ArbeitnehmerIn h\u00e4lt sich au\u00dferhalb seiner Arbeitszeit an einem vom\u00a0<br \/>\u00a0\u00a0 Arbeitgeber angewiesenen Ort auf um auf Anweisung unverz\u00fcglich <br \/>\u00a0\u00a0 die T\u00e4tigkeit aufnehmen zu k\u00f6nnen \u21d2 somit ist der Aufenthalt <br \/>\u00a0\u00a0 beschr\u00e4nkt mit der Weisung sofort t\u00e4tig zu werden<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Definitionen: Rufbereitschaft<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211; z\u00e4hlt nicht zur Arbeitszeit (i.S.d. Arbeitszeitgesetzes)<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211; ArbeitnehmerIn muss sich nicht an einem vorbestimmten Ort <br \/>\u00a0\u00a0 aufhalten<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0&#8211; ArbeitnehmerIn muss i.d.R. telefonisch erreichbar sein und in einer<br \/>\u00a0\u00a0 bestimmten Zeit die T\u00e4tigkeit aufnehmen<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\"><strong><span style=\"color: #ff0000;\">!<\/span><\/strong> Es ist wahrscheinlich, dass mit Einf\u00fchrung des Mindestlohns der Bereitschaftsdienst ebenfalls mit mind. 8,50\u20ac bezahlt werden muss \u2013 endg\u00fcltig gekl\u00e4rt ist es nicht.<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Noch unklarer ist im Moment die Verg\u00fctung der Rufbereitschaft. Da diese nicht mal im Sinne des Arbeitszeitgesetzes ist, ist eine Entlohnung von mind. 8,50\u20ac\/ Std. unwahrscheinlich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: courier new,courier; font-size: 12pt; color: #008000;\">Wichtig f\u00fcr die Pflegebranche:<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Das Landesarbeitsgericht Baden-W\u00fcrttemberg hat f\u00fcr die Pflegearbeitsbedingungen\u00adverordnung (PflegeArbbV) entschieden, dass der Bereitschaftsdienst uneingeschr\u00e4nkt mit dem Mindestentgelt zu entlohnen ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a72 PflegeArbbV unterscheidet nicht nach Art der T\u00e4tigkeit. Somit ist in der Bereitschaftszeit dasselbe Entgelt wie in der Vollarbeitszeit zu zahlen. Dieser Auffassung ist auch das BAG.<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Dies kann bis auf weitere Rechtsprechung auch auf den Mindestlohn angewandt werden.<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">LAG Baden-W\u00fcrttemberg (Urt. v. 28.11.2012 \u2013 <span style=\"color: #993366;\"><strong>4 Sa 48\/12<\/strong><\/span>)<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">BAG (Urt. v. 19.11.2014 \u2013 <strong><span style=\"color: #993366;\">5 AZR 1101\/12<\/span><\/strong>)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: courier new,courier; font-size: 12pt; color: #008000;\">St\u00fccklohn\/ Akkordarbeit:<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Definitiv regelt das MiLoG die Akkordarbeit bzw. die Verg\u00fctung zum St\u00fccklohn nicht.<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Der\/die ArbeiternehmerIn und der Arbeitgeber k\u00f6nnen weiterhin fixe und variable Verg\u00fctungen vereinbaren. Aber aus \u00a71 MiLoG ergibt sich, dass der\/ die ArbeitnehmerIn durch normale Arbeit eine Verg\u00fctung von durchschnittlich 8,50\u20ac\/ Stunde erlangen muss.<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Da auch die Akkordarbeit und der St\u00fccklohn nicht unter die Ausnahmen fallen ist davon auszugehen, dass der\/die ArbeitnehmerIn Anspruch auf einen Lohn von mind. 8,50\u20ac\/ Std. hat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: courier new,courier; font-size: 12pt; color: #008000;\">Anrechnung von Sonn- und Feiertagszuschl\u00e4gen:<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Sonn- und Feiertage sind nicht zuschlagspflichtig. Wurde aber in der Vergangenheit regelm\u00e4\u00dfig ein Zuschlag gezahlt, so dass eine betriebliche \u00dcbung entstanden ist, oder besteht eine Vereinbarung, so muss der Zuschlag auch ab dem 01.01.2015 weiter gezahlt werden. Sprich, Stundenlohn von mind. 8,50\u20ac + Zuschlag.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: courier new,courier; font-size: 12pt; color: #008000;\">Anrechnung von Nachtzuschl\u00e4gen:<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) sieht f\u00fcr Nachtarbeit ausdr\u00fccklich einen finanziellen Zuschlag vor.<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Allgemein von 23 \u2013 6 Uhr (<strong><span style=\"color: #993366;\">\u00a7 6 Abs. 5 ArbZG<\/span><\/strong>)<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">In B\u00e4ckereien 22 \u2013 5 Uhr ((<strong><span style=\"color: #993366;\">\u00a7 2 Abs. 3 ArbZG<\/span><\/strong>)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Die H\u00f6he des Zuschlags ist undefiniert und daher von den Arbeitgebern willk\u00fcrlich w\u00e4hlbar. Das 25% vom Stundenlohn gezahlt werden m\u00fcssen ist nicht korrekt, sondern nur eine Faustformel.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: courier new,courier; font-size: 12pt; color: #008000;\">Anrechnung von Erschwerniszuschl\u00e4gen:<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Auch zu den Erschwerniszuschl\u00e4gen gibt es keine genaue gesetzliche Definition. Jedoch kann aufgrund des Wesens dieser Zulage davon ausgegangen werden, dass sie nicht an den Mindestlohn angerechnet wird.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: courier new,courier; font-size: 12pt; color: #008000;\">Trinkgeld:<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Das Trinkgeld ist keine Entlohnung durch den Arbeitgeber. Aufgrund dessen d\u00fcrfte es keine Anrechnung auf den Mindestlohn finden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: courier new,courier; font-size: 12pt; color: #008000;\">Minderung des Mindestlohns durch steuerfreie Sachbez\u00fcge:<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Der Arbeitgeber hat das Recht, und hat es auch mit dem MiLoG, dem\/ der ArbeitnehmerIn steuer- und abgabenfreie Sachbez\u00fcge zu gew\u00e4hrleisten. Die monatliche Obergrenze liegt bei <strong>44\u20ac\/Monat<\/strong>. Man kennt das durch die Vergabe von Gutscheinen. Diese sind f\u00fcr den Arbeitgeber steuerlich absetzbar. Diese steuer- und abgabenfreien Sachbez\u00fcge k\u00f6nnen an den MiLo angerechnet werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: courier new,courier; font-size: 12pt; color: #008000;\">Entlohnung schwerbehinderter Menschen und Menschen in Behindertenwerkst\u00e4tten:<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Es ist kaum zu fassen, aber es gibt tats\u00e4chlich Arbeitgeber mit der Idee den Mindestlohn unter Einsatz schwerbehinderter Menschen zu umgehen.<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Zu verg\u00fcten ist: <strong>mind. 8,50\u20ac\/Std \u2013 und keinen Cent weniger<\/strong>!<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Stand jetzt ist davon auszugehen, dass auch Menschen, die in Behindertenwerkst\u00e4tten t\u00e4tig sind, nach dem Mindestlohngesetz verg\u00fctet werden m\u00fcssen. <strong>Gesetzlich ungekl\u00e4rt <\/strong>ist es, wenn eine medizinische und\/oder therapeutische Ma\u00dfnahme im Vordergrund steht. Bitte hierzu \u00a7138 SGB IX Abs. 1 bis 3 beachten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">F\u00fcr uns versteht es sich von selbst \u2013 jedoch ist zu bef\u00fcrchten, dass man einigen immer wieder gebetsm\u00fchlenartig vorpredigen muss: \u201eDer Mindestlohn muss unabh\u00e4ngig von der Qualifikation, den Sprachkenntnissen, der Herkunft, des Behindertengrades oder sonstigen Merkmalen, gezahlt werden.\u201c<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Weitere wichtige Informationen zum Mindestlohn unter:<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">* <a href=\"http:\/\/www.etl-rechtsanwaelte.de\/aktuelles\/gesetz-zur-staerkung-der-tarifautonomie-mindestlohngesetz-haeufige-fragen-faq\" target=\"_blank\"><strong><span style=\"color: #993366;\">http:\/\/www.etl-rechtsanwaelte.de\/aktuelles\/gesetz-zur-staerkung-der-tarifautonomie-mindestlohngesetz-haeufige-fragen-faq<\/span><\/strong><\/a><\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Das MiLoG: Strafen bei Verst\u00f6\u00dfen<\/span><\/strong><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Der\/die ArbeitnehmerIn kann die Differenz zwischen gezahlten Lohn und Mindestlohn einklagen. Der Arbeitgeber muss die Sozialabgaben nachzahlen. Die Sozialversicherer werden dabei immer vom Mindestlohn ausgehen. Die Bu\u00dfgelder sind hoch. So k\u00f6nnen Bu\u00dfgelder bis zu 500.000\u20ac verh\u00e4ngt werden.<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Die Formel zur Berechnung wird wie folgt angegeben: x2 + 30%<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Bei nachgewiesenem Vorsatz wird die Summe der Geldbu\u00dfe verdoppelt. Welche Geldbu\u00dfen tats\u00e4chlich verh\u00e4ngt werden, wird die Zukunft zeigen.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Was ist zu bef\u00fcrchten?<\/span><\/strong><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Bereits vor der Einf\u00fchrung des Mindestlohns ist eine Reihe von F\u00e4llen bekannt geworden, bei denen versucht wurde, den Mindestlohn zu umgehen. Ob es sich z.B. lohnt den Mindestlohn zu zahlen, daf\u00fcr aber Sonderzahlungen zu streichen, muss man im Einzelfall durchrechnen.<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Der Einsatz von unbezahlten \u00dcberstunden ist durchaus zu bef\u00fcrchten. Auch Verst\u00f6\u00dfe gegen die Aufzeichnungspflicht nach \u00a717 MiLoG. Das kann f\u00fcr den Arbeitgeber allerdings teuer werden. Die gerade erst gelockerte Aufzeichnungspflicht l\u00e4sst nichts Gutes ahnen, vor allem, da sie die ZustellerInnen betrifft. Hier muss nur die Dauer erfasst werden. Wenn die Dauer mit z.B. 4 Stunden angegeben wird, der Einsatz aber 5 Stunden gedauert hat, dann bekommt der\/die MitarbeiterIn nur f\u00fcr die angegebene Dauer den Lohn. Das sieht ganz danach aus, als m\u00fcssten die Gerichte wieder einmal die Fehler der Gesetzgebung korrigieren.<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Ebenso denkbar ist der weitere Einsatz von Scheinwerkvertr\u00e4gen, Scheinselbstst\u00e4ndigen und LeiharbeiterInnen. Der dauerhafte Einsatz von PflichtpraktikantInnen und\/ oder Langzeitarbeitslosen kann sich ein Arbeitgeber nur leisten, wenn a) die Arbeit keine besondere Qualifikation erfordert, b) der Firma der Ruf als Unterwanderer des Mindestlohns egal ist und c) sich die Firma in einer Region befindet, in der eine langfristige Fluktuation verkraftet werden kann.<\/span><br \/><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Es ist allgemein bekannt, dass es an den Kontrollen zur Einhaltung des MiLoG mangeln wird. Hinzu kommt event. die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust der MitarbeiterInnen. Dies ergibt eine Kombination, die der Unterwanderung des Mindestlohns die Tore \u00f6ffnet. Viele Punkte sind im Mindestlohngesetz nicht eindeutig definiert. Hier muss der Gesetzgeber entweder nachbessern, oder es wird vor Gericht entschieden. Es ist denkbar, dass es Arbeitgeber geben wird, die sich diese L\u00fccken nach ihrer eigenen Auffassung und zu Ungunsten des\/der ArbeitnehmerIn auslegen bis es eine eindeutige Regelung gibt oder sie erwischt werden.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt; color: #993366;\">Quellen:<\/span><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.etl-rechtsanwaelte.de\/stichworte\/arbeitsrecht\/strategien-zur-umgehung-des-mindestlohngesetzes\" target=\"_blank\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">http:\/\/www.etl-rechtsanwaelte.de\/stichworte\/arbeitsrecht\/strategien-zur-umgehung-des-mindestlohngesetzes<\/span><\/a><br \/><a href=\"http:\/\/www.mindest-lohn.org\/gesetz\/haftung.html\" target=\"_blank\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">http:\/\/www.mindest-lohn.org\/gesetz\/haftung.html<\/span><\/a><br \/><a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bundesrecht\/milog\/gesamt.pdf\" target=\"_blank\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bundesrecht\/milog\/gesamt.pdf<\/span><\/a><br \/><a href=\"http:\/\/www.stb-bosbach.net\/Aktuelles\/Mindestlohn-Aufzeichnungspflichten\" target=\"_blank\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">http:\/\/www.stb-bosbach.net\/Aktuelles\/Mindestlohn-Aufzeichnungspflichten<\/span><\/a><br \/><a href=\"http:\/\/spendit.de\/aktuelles\/mindestlohn\/\" target=\"_blank\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">http:\/\/spendit.de\/aktuelles\/mindestlohn\/<\/span><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Stand: Dezember 2014<\/span><\/p>\n<div id=\"fb-root\"><\/div><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.wobblies-kassel.de\/?p=635\" send=\"true\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"true\" font=\"verdana\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man kann es gut finden, oder auch nicht, aber ab dem 01.01.2015 gilt der fl\u00e4chendeckende Mindestlohn. 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