{"id":668,"date":"2015-04-06T10:16:05","date_gmt":"2015-04-06T08:16:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wobblies-kassel.de\/?page_id=668"},"modified":"2015-04-06T10:54:51","modified_gmt":"2015-04-06T08:54:51","slug":"beitrag-zum-artikel-in-der-ak-wie-sich-der-reformismus-in-die-spannenden-jobs-vieler-linker-schleicht","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.wobblies-kassel.de\/?page_id=668","title":{"rendered":"Antwort auf einen Beitrag der AK zur Hauptamtlichkeit in linken Organisationen!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.wobblies-kassel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/AK-Logo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-678\" src=\"http:\/\/www.wobblies-kassel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/AK-Logo.jpg\" alt=\"AK-Logo\" width=\"496\" height=\"98\" srcset=\"https:\/\/www.wobblies-kassel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/AK-Logo.jpg 496w, https:\/\/www.wobblies-kassel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/AK-Logo-300x59.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 496px) 100vw, 496px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\"><span style=\"color: #008000; font-size: 12pt;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.wobblies-kassel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Hauptamliche-Linke.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-679\" src=\"http:\/\/www.wobblies-kassel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Hauptamliche-Linke.jpg\" alt=\"Hauptamliche-Linke\" width=\"608\" height=\"252\" srcset=\"https:\/\/www.wobblies-kassel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Hauptamliche-Linke.jpg 608w, https:\/\/www.wobblies-kassel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Hauptamliche-Linke-300x124.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 608px) 100vw, 608px\" \/><\/a><\/strong><\/span><\/span><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 8pt;\"><a href=\"https:\/\/www.akweb.de\/ak_s\/ak603\/09.htm\" target=\"_blank\">Zum Originalbeitrag geht es hier-&gt;<br \/><\/a><\/span><em><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 8pt;\"><br \/>(Auf diesen Betrag der Zeitung AK &#8211;\u00a0 analyse &amp; Kritik &#8211; Nr. 603 vom 17.03.2015 &#8211; antworten Michael Sankari aus Kassel und Fabio Montale &#8211; Diskussionsbeitr\u00e4ge auf dieser Seite entsprechen der Meinung der VerfasserInnen. Sie m\u00fcssen nicht die Meinung aller Mitglieder der IWW &#8211; Wobblies widerspiegeln)<\/span><\/em><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Hallo Frieda und Mark,<\/span><\/strong><br \/><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Hallo geneigte Leserinnen und Leser,<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">wir haben euren Artikel mit Interesse gelesen, wollen aber nicht damit hinterm Berg halten, dass wir einige Punkte sehr kritisch, oder besser anders sehen. Vermutlich wird es ja die ein oder andere kritische Replik zu euch in der AK geben und die von uns allen gew\u00fcnschte Diskussion vertieft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Die Diskussion um das Thema Revolte erscheint uns doch komplizierter als in dem Artikel r\u00fcber kommt, weil man an der Stelle die Diskussion tiefergehend f\u00fchren kann, was Gewerkschaften im Kapitalismus eigentlich dazu beitragen und beitragen k\u00f6nnen, um eine neue Produktionsweise durchzusetzen. Dazu besteht einerseits ein traditioneller Disput &#8211; andererseits sind da auch schon mehr Erfahrungen auf dem Tisch.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0<strong><span style=\"color: #800000;\">IWW \u2013 One Big Union statt Underdogs<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Ihr beiden schreibt aus der Perspektive eines revolution\u00e4ren Syndikalismus, von dem wir glauben, dass er in der heutigen Situation &#8211; angesichts der entwickelten Zivilgesellschaft und auch angesichts der Art von Arbeitsbeziehungen, wie wir sie kennen &#8211; unrealistisch ist. Gewerkschaften k\u00f6nnen im besten Fall klassensolidarische Gegenmacht gegen das Kapital sein, die in ihrer praktischen Arbeit &#8211; wir meinen ausdr\u00fccklich nicht im ideologischen Beiwerk &#8211; maximal Reformpolitik im besten Sinne durchsetzen sollten k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0Wenn es gut geht, wenn es also auf Klassensolidarit\u00e4t ausgerichtete und konfliktorientierte Organisationen sind, die die Selbstt\u00e4tigkeit ihrer Mitglieder maximal f\u00f6rdern, dann sind sie zentralisierend Schulen des Sozialismus, aber auch nicht mehr. Und in ihrer Arbeit m\u00fcssen sie nat\u00fcrlich alle ihnen verf\u00fcgbaren Mittel nutzen, statt zum Verwalter der Klasse zu werden. Durch die Erfahrung der gescheiterten Versuche des Aufbaus einer sozialistischen Gesellschaft kommt f\u00fcr uns einer parteiunabh\u00e4ngigen, dennoch strikt antikapitalistischen, den Klassenwiderspruch benennenden Gewerkschaft eine noch gr\u00f6\u00dfere Bedeutung zu als sie sich aus der Sicht von heute ergibt. Soll hei\u00dfen: Der Aufbau eine solchen Gewerkschaft hat strategische Bedeutung, nicht nur f\u00fcr den Kampf um eine sozialistische Gesellschaft, sondern auch um den Kampf in ihr.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Diese Gedanken stehen im Widerspruch zur Stigmatisierung der IWW als eine Gewerkschaft der Underdogs. Heute erhalten die historischen Grundhaltungen der IWW eine weitaus bedeutendere Rolle als sich in einer &#8222;kleinen&#8220; One Big Union widerspiegelt. Denn w\u00e4hrend in der Phase des sozialdemokratischen Klassenkompromisses auch partnerschaftlich agierende Gewerkschaften betr\u00e4chtliche materielle, soziale und sogar einige politische Errungenschaften durchsetzen konnten, befindet sich die sozialpartnerschaftliche Ausrichtung in der Krise und eine klar auf Klassenkampf setzende Gewerkschaft wird allgemein notwendiger.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt; color: #800000;\">Hauptamtliche als Dienstleister? Dringend erw\u00fcnscht!<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Ihr habt eine ganze Reihe von Nebenbemerkungen zur Rolle von Hauptamtlichen aus DGB-Gewerkschaften drin. Die Folge ist: Die IWW wird als DIE Alternative zu den DGB-Gewerkschaften dargestellt und zugleich wird ein Bild von der Rolle der Hauptamtlichen gezeichnet, die wir ungenau und ebenfalls vereinfachend finden. Zum ersten: Ja, wir wollen keine sozialpartnerschaftlichen Gewerkschaften. Wir glauben aber beide, dass es heute darum gehen muss maximal viele gegenmachtorientierte und antikapitalistische Kr\u00e4fte in den Gewerkschaften zu unterst\u00fctzen &#8211; ob die in IGM, FAU, GDL oder IWW organisiert sind. Eine entsprechende Diskussionslinie w\u00fcrden wir uns auch w\u00fcnschen. Das bedeutet &#8211; zweitens &#8211; eben auch genauer hinzuschauen, was &#8222;die Hauptamtlichen&#8220; da eigentlich treiben. Das ist jetzt eine unfassbar komplizierte Diskussion, die wir nur andeuten wollen. Erstmal sind auch die DGB-Gewerkschaften gleichzeitig Bewegung und Apparat. Der Apparat kann sich nie vollst\u00e4ndig verselbst\u00e4ndigen, weil er die Bewegung braucht, um auch als Verhandlungspartner f\u00fcr das Kapital von Bedeutung zu sein (1) und Mitglieder zu befriedigen (2).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Letzteres ist ganz einfach gedacht: Wer Mitgliedsbeitr\u00e4ge zahlt, will schlicht auch erfolgreiche Tarifbewegungen sehen und die gibt es &#8211; in der Tendenz &#8211; nur dann, wenn ein Apparat mobilisieren kann. Schon das zeigt, dass es nicht einfach die Rolle von Hauptamtlichen ist zu demobilisieren und zu kontrollieren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Und dann ist es nat\u00fcrlich so: Bei euch gibt es den Zungenschlag, als seien hauptamtliche Apparate per se schlecht. Wir schreiben dazu unten noch etwas, aber wir sehen das so nicht. Nur ist es nat\u00fcrlich so, dass in Arbeiterb\u00fcrokratien einerseits eine ganz eigene soziale Schicht entsteht, mit widerspr\u00fcchlichen Handlungsanforderungen (ein bisschen davon haben wir schon angedeutet und wir wollen es dabei belassen), die &#8211; egal wie links sie ist &#8211; einen mehr oder weniger ausgepr\u00e4gten organisationskonservativen Zug haben, weil sie das Fortbestehen der Organisation, der Mitgliedschaft und von Teilerrungenschaften sichern wollen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Zwischen Hauptamtlichen &#8222;an der Front&#8220; &#8211; ob OrganizerInnen oder andere &#8211; und Leuten in Bezirksleitungen oder Landesbezirken oder gar Bundesvorst\u00e4nden gibt es einen erheblichen Unterschied &#8211; die einen sind n\u00e4mlich an Auseinandersetzungen dran, die anderen sehr vermittelt. Und dabei sollten wir nicht vergessen, dass oftmals schlechte Politik nicht mal aus dem Unwillen von Hauptamtlichen in der Fl\u00e4che folgt, sondern aus struktureller \u00dcberlastung, wenn man den Dienstleister im Stellvertretersinne f\u00fcr 20-30 BRs macht (in dem Schlag liegt der Schnitt unseres Wissens nach).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Zu beachten ist, dass gerade die Lust am Aktivieren, die ihr kritisiert, eher ein Schritt ist, um aus dieser Dienstleisterrolle rauszukommen. Und konsequent w\u00e4re dann nat\u00fcrlich die Linie &#8222;bildet 1000 Organizer aus&#8220;, also jedes Mitglied sollte als Organizer adressiert werden. Ist nicht so. Gut. Aber das kriegt man nicht damit erkl\u00e4rt, dass Hauptamtliche ja lediglich Leute aktivieren wollen &#8211; klar wollen sie das, weil sie ja nun mal nicht selber am Band stehen, Computerprogramme schreiben oder Alte waschen. Aber das ist billig.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">H\u00e4tte die IWW 5000 Mitglieder, br\u00e4uchte sie Hauptamtliche. Hauptamtliche, die hoffentlich dabei die anderen unterst\u00fctzen w\u00fcrden in den Betrieben aktiv zu sein und sie manchmal auch dazu anhalten w\u00fcrden, wenn es Krisen, Ermattungen oder Niederlagen gab. Das nennt man Aktivierung und ist auch wichtig &#8211; wor\u00fcber man dann reden muss, ist die Form und die Zielsetzung. Aber das tut ihr nicht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Organisationsmacht ist nicht nur leider n\u00f6tig, sondern eine Errungenschaft. Und dann muss man eben die Gefahr benennen, die das mit sich bringt. Es ist doch naiv zu meinen, eine Gewerkschaft mit schon mal 5000 Mitgliedern k\u00f6nnte ohne Hauptamtliche auskommen &#8211; es sei denn man phantasiert sich alle Mitglieder zu allzeit bereiten Arbeiterkadern, die immer zu Sitzungen kommen etc., im Betrieb organisieren und und und&#8230;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Aus den konkreten Erfahrungen, auf die ihr euch in eurem Beitrag bezieht, bin ich (Sankari) und sind meine Kollegen der Meinung, dass es total geil w\u00e4re, wenn wir jemanden haben, der freigestellt ist und uns zuarbeitet. Das hatten wir bei genannter Kampagne auch &#8211; nur dass diese Arbeit durch Leute, die zuf\u00e4llig Zeit und Raum hatten (Studies&#8230;), erledigt wurde&#8230;. Dabei w\u00e4re es \u00fcbrigens ein demokratischer Akt wenn es eben nicht die w\u00e4ren die gerade aus verschiedensten Gr\u00fcnden (die nichts mit Erfahrung, Qualifikation etc. zu tun haben m\u00fcssen) Zeit, Kraft und Raum haben uns zuzuarbeiten sondern diejenigen die von uns (aus-)gew\u00e4hlt wurden! Das spielt momentan noch nicht die Rolle, aber wir haben gemerkt das es schon im n\u00e4chsten Schritt zur Gr\u00fcndung von Gewerkschaften unumg\u00e4nglich sein wird das zu kl\u00e4ren. Oder ein ganz anderes Beispiel: Wenn die IWW z.B. die Nahrungsmittelkette organisieren wollte, dann br\u00e4uchte sie eine sehr gute Recherche. Eine Basisrecherche f\u00fcr ein Unternehmen &#8211; die grundlegenden Infos zusammentragen &#8211; dauert bei mir (Montale) jetzt ungef\u00e4hr 3 Arbeitstage. Sagen wir f\u00fcr so eine Recherche d\u00fcrfte man locker 4 &#8211; 8 Arbeitswochen ansetzen. Wer soll das machen? Und wie lange w\u00fcrde das dauern, um das zu machen, wenn das in der Freizeit passieren w\u00fcrde? Selbst wenn man jedes Wochenende durchrecherchieren w\u00fcrde, dann w\u00e4ren das 2 Tage pro Woche. Sagen wir so eine Recherche dauert 6 Wochen, also 30 Arbeitstage, dann hat man allein 15 Wochen, um die Recherche zu machen. Was fiktiv ist, weil man sich das Wissen draufschaffen muss etc. Alles ehrenamtlich? Nehmen wir an, ich (wieder Montale) t\u00e4te das f\u00fcr die IWW. Daf\u00fcr h\u00e4tte ich gerne ein Entgelt. Ich muss 400 Euro nehmen pro Tag, um mich zu versichern, R\u00fccklagen f\u00fcr Arbeitslosigkeit zu bilden. F\u00fcr die IWW t\u00e4te ich es zum Solipreis f\u00fcr 200 Euro am Tag (das ist kein Angebot, sondern ein Beispiel!). W\u00e4ren also 6000 Euro. Die muss man haben, oder man besch\u00e4ftigt Leute, die diese Arbeit leisten. So oder so. Das gleiche gilt f\u00fcr jede x-beliebige Beratung, deren Zentralisierung eben effizienter ist als es jeweils vor Ort machen zu lassen oder oder oder. Das widerspricht nicht dem Bild die Arbeit so weit es geht ehrenamtlich zu erledigen, das geht nur nicht bei jedem Punkt und immer: deswegen auf sinnvolle Arbeitsziele zu verzichten w\u00e4re absurd.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Befristet, flexibel \u2013 spannend?<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0\u201eDar\u00fcber hinaus sei angemerkt, dass ich nur als Akademiker_in zwischen einer Vielzahl von \u00bbspannenden\u00ab Jobs w\u00e4hlen kann.\u201d schreibt ihr. AkademikerInnen k\u00f6nnen sich auch nicht mehr einfach nur coole Jobs aussuchen als andere &#8211; das ist eben auch nicht der Stand der Debatte. Karlo Roth hat in seiner Proletarisierungsthese \u00fcber die HochschulabsolventInnen sogar gesagt, dass es da massive Deklassierungen gibt &#8211; stimmt eben auch, gerade in den sozialen und p\u00e4dagogischen Berufen, den Sozial- und Geisteswissenschaften, wenngleich es nat\u00fcrlich auch von dort die Wege in die richtig gut bezahlten Jobs gibt. Aber diese Proletarisierung sehe ich &#8211; und da kann man auch genau so sagen, wie Du es tust: Warum sollten die nun k\u00e4mpferischer sein als andere? Aber dann gibt es auch die anderen, die Ingenieure etc. Da sehen die Problemlagen einfach anders aus, hohe Konkurrenz bei schnell veralterndem Wissen, so dass junge Kollegen erheblichen Druck ausgesetzt sind. Etc.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Gleichzeitig gibt es eine Menge Leute die sich ganz bewusst gegen ein Leben als Akademikerin oder Akademiker entscheiden: eben weil sie solche Jobs zum kotzen finden und lieber zwischen den vielen spannenden Jobs als Kunstschlosser oder Werkzeugmechaniker w\u00e4hlen &#8211; das ist keine Ironie, der Artikel untersch\u00e4tzt das v\u00f6llig: nicht alle Linke sind Akademikerinnen oder Akademiker, noch wollen sie es sein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Es soll sogar ne ganze Menge geben die sich unwohl in der Gegenwart ebensolcher f\u00fchlen. Es gibt keine Sonderrolle f\u00fcr linke Aktivistinnen und Aktivisten &#8211; sie weichen einfach nicht vom Schnitt ab sich in prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen zu wehren &#8211; warum auch?<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt; color: #800000;\">Die permanente direkte Aktion?<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">&#8222;Die Aktionsformen sind immer direkte Aktionen, um sowohl unberechenbar f\u00fcr die Chef_innen zu sein, Verbesserungen unmittelbar zu erwirken und dabei zu lernen, sich gegen Autorit\u00e4ten durchzusetzen. Das ist der Ver\u00e4nderungsprozess, den wir f\u00fcr eine befreite Gesellschaft brauchen!&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Leider nein &#8211; alles zu nutzen um seine Macht auszubauen hei\u00dft sowohl als auch&#8230; Das ist ein wichtiger Punkt, weil das ja niemanden \u00fcberzeugen d\u00fcrfte, dass &#8211; wenn er im Betrieb einen Konflikt hat &#8211; z.B. das Arbeitsgericht nie anrufen d\u00fcrfte. Oder dass Betriebsr\u00e4te ihre Mitbestimmungsrechte nicht maximal aussch\u00f6pfen, um die Position dem Chef gegen\u00fcber zu verbessern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Direkte Aktionen also ja, aber in Kombination mit anderen, um seine Macht m\u00f6glichst effektiv aufzubauen und zu nutzen. Eine einseitige\/alleinige Orientierung auf direkte Aktionen, halten wir f\u00fcr unrealistisch und unn\u00f6tig linkssektiererisch, da es uns einerseits schw\u00e4cht, aber auch nicht die Praxis der betrieblich aktiven IWW &#8211; Mitglieder darstellt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Ihr untersch\u00e4tzt offenbar, was ganz und gar nicht linksradikale IGM-Sekret\u00e4re dann doch auch mit den Belegschaften probieren. Kollektive Unterst\u00fctzungsaktionen etc. Wir denken vielmehr, dass es eben ganz und gar nicht IMMER die direkten Aktionen sind, die eine Verbesserung bewirken, sondern eine gesunde Mischung an diesen, die dann, um Erfolge zu stabilisieren und (Selbst-)Bewusstseinsst\u00e4nde zu erhalten, im besten Falle in Betriebsvereinbarungen, Tarifvertr\u00e4ge oder Gesetze gegossen werden, auf die man sich berufen und um deren Umsetzung man nat\u00fcrlich immer wieder ringen muss.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Ums mal zuzuspitzen: auch im Sozialismus wird sich der Klassenkampf AUCH in den Arbeitsrechtgesetzen ausdr\u00fccken, auf Regelungen zu verzichten, scheint uns ein Graus und nicht erstrebenswert. Euer Punkt scheint zu sein: &#8222;Hauptsache k\u00e4mpfen&#8220; &#8211; dann stimmt der Rest auch schon irgendwann &#8211; aus unserer Erfahrung ist es aber erfolgversprechender auch hier einen dialektischen Prozess zu organisieren. Der Punkt wo wir uns einig werden: OHNE direkte Aktion bleibt alles auf der Ebene der \u201cvern\u00fcnftigen Verhandlung\u201d.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Auf der anderen Seite w\u00fcrden wir die scheinbare Befriedung von Arbeitspl\u00e4tzen einen Ticken radikaler beantworten. Nat\u00fcrlich finden immer Konflikte statt, aber zwischen denen, die es etwa in der Universit\u00e4tsverwaltung gibt und dem, was in vielen Metallunternehmen oder in Dienstleistungsbereichen zu finden ist, gibt es einen gro\u00dfen Unterschied. Auch \u00fcbrigens, was aggressive Arbeitgeberstrategien angeht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0Wir w\u00fcrden behaupten: Da haben wir es auch mit Klassenfragmentierung zu tun und das nicht zu beachten l\u00e4sst einen halt ein unzul\u00e4ssig vereinfachendes Bild von den Klassenk\u00e4mpfen heute zeichnen. Auch Prekarisierung ist irgendwie allerorten &#8211; aber allerorten auch auf unterschiedliche Art und Weise, unterschiedlich intensiv usw. Es hilft niemandem das \u00fcber die Ma\u00dfen zu vereinfachen nur um einer scheinbaren Einheit willen. Stattdessen ist es wichtig die effektivsten Mittel zu benutzen und gemeinsam mit Kollegen und Kolleginnen echte Gegenmacht von unten aufzubauen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">So, soviel dazu&#8230; einig m\u00fcssen wir uns da nicht werden, davon gehen wir auch nicht aus, aber hier und da sollten wir daran arbeiten die Bilder die wir im Kopf haben zu vereinheitlichen und einen gemeinsamen Nenner zu finden: dann klappt&#8217;s auch mit den aktiven Mitgliedern.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Nochmal vielen Dank f\u00fcr euren Aufschlag, davon brauchen wir viel, viel mehr.<\/span><\/strong><\/p>\n<div id=\"fb-root\"><\/div><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.wobblies-kassel.de\/?page_id=668\" send=\"true\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"true\" font=\"verdana\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Originalbeitrag geht es hier-&gt;(Auf diesen Betrag der Zeitung AK &#8211;\u00a0 analyse &amp; Kritik &#8211; Nr. 603 vom 17.03.2015 &#8211; antworten Michael Sankari aus Kassel und Fabio Montale &#8211; Diskussionsbeitr\u00e4ge auf dieser Seite entsprechen der Meinung der VerfasserInnen. Sie m\u00fcssen nicht die Meinung aller Mitglieder der IWW &#8211; Wobblies widerspiegeln) Hallo Frieda und Mark,Hallo geneigte &hellip; <a href=\"https:\/\/www.wobblies-kassel.de\/?page_id=668\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Antwort auf einen Beitrag der AK zur Hauptamtlichkeit in linken Organisationen!<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-668","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.wobblies-kassel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/668","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.wobblies-kassel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.wobblies-kassel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wobblies-kassel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wobblies-kassel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=668"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.wobblies-kassel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/668\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":689,"href":"https:\/\/www.wobblies-kassel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/668\/revisions\/689"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.wobblies-kassel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=668"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}