Archiv der Kategorie: Gewerkschaft&Soziales

Wie ich gefeuert wurde und meinen Job wiederbekam

Dump_Booses„Dieser Artikel kommt von einem Organizer der »Industrial Workers of the World (IWW)« aus Portland, Oregon (USA) und beschreibt die Umstände unter denen er gefeuert wurde und anschließend zurück an seinen Arbeitsplatz kam. Wissend, das Kündigungen die größte Gefahr während des Organizings darstellen, sind solche detaillierten Beschreibungen sehr wertvoll für ArbeiterInnen, die lernen möchten sich zu organisieren.

Emmett organisierte sich in einem typischen Umfeld: Ohne Gewerkschaft, nur halböffentlich und bemüht darum, die Fehler der BusinessUnions nicht zu wiederholen, Arbeit ohne Betriebsvereinbarungen, Gewerkschaftswahlen oder die typischen Abmachungen zwischen Gewerkschaften und Geschäftsführung. Emmetts Geschichte ist hilfreich um zu zeigen, welche Spannungen im Arbeitsprozess entstehen und wie es möglich ist, Dinge zu
verändern…“

Bericht von Emmett J. Nolan (pdf), erstmals erschienen in
der Zeitung der »Industrial Workers of the World« (IWW) „Industrial
Worker“ in Ausgabe 1761 im Dezember 2013, übersetzt von Mark Richter/ IWW Frankfurt am Main und Jakob Schloer / IWW Kassel – wir danken!

http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2015/04/nolan.pdf
Siehe unsere Rubrik im LabourNet-Archiv: (US-amerikanische)
Organisierungsdebatte
http://archiv.labournet.de/diskussion/gewerkschaft/erfahrung/us-orga.html

der kurzlink zum beitrag:
http://www.labournet.de/?p=79115

IWW – Wobblies – Kassel solidarisieren sich!

Taxi TeaIWW-Logom Kassel
Zu Händen des Betriebsrats
Angersbachstr. 2a
34127 Kassel

 06.05.2015

 Gegen den Lohnraub beim Taxi-Team-Kassel

In den Zeitungen und Fernsehshows wird seit Anfang des Jahres vielfach der Eindruck erweckt als würden Kolleginnen und Kollegen im sogenannten „Niedriglohnbereich“ seit der Einführung des Mindestlohns plötzlich gut leben können. Die Unternehmen jammern überall und ständig wie schlecht es geht, steigende Kosten, mehr Bürokratie. Diese armen Unternehmer ziehen dann aber ganz schnell Lösungen aus ihren durchlöcherten Taschen, Lösungen, die immer auf das gleiche hinauslaufen: mehr arbeiten für weniger Geld. Daran hat auch das Gesetz zum Mindestlohn nichts geändert.

Die Ortsgruppe der IWW in Kassel wird euch nach Kräften unterstützen, wenn ihr den Kampf gegen die miesen Versuche euch immer größere Teile eures Lohns zu rauben, aufnehmt. Das ist nicht einfach, das wissen wir aus eigener Erfahrung aus anderen Betrieben – aber wir wissen auch, dass es nicht unmöglich ist, solche Kämpfe zu führen und vor allem: zu gewinnen.

In den letzten Jahren der Zusammenarbeit mit euch scheint uns jetzt die Zeit reif, einen Schritt nach vorn zu machen und zu sagen: Es reicht!

Wir wünschen euch viel Kraft für die kommende Zeit und würden uns über eine noch engere Zusammenarbeit sehr freuen – eure Erfahrungen sind für viele Kolleginnen und Kollegen in anderen Taxiunternehmen wichtig und können ein Beispiel geben, dass eben nicht alles bleibt, wie es immer war.

Wer kämpft kann gewinnen, wer nicht kämpft hat schon verloren. Wir unterstützen euch gern bei weiteren Aktionen!

 Solidarische Grüße,

Eure Kolleginnen und Kollegen von der IWW Kassel

„Gegen das vom DGB zusammen mit dem Kapitalistenverband BDA initiierte Streikverhinderungsgesetz kämpfen!

Gewantifa-FlyerAm 11. Dezember 2014 verabschiedete die Bundesregierung einen Gesetzentwurf, der einen frontalen Angriff gegen das in Deutschland sowieso schon extrem eingeschränkte Streikrecht darstellt. Demnach soll in einem „Betrieb“ nur noch die stärkste Gewerkschaft das Recht zum Tarifabschluss haben. Alle anderen Gewerkschaften würden dort das Recht auf Arbeitskämpfe, auf Streiks und Tarifabschlüsse verlieren. Sie würden damit im Grunde legal überhaupt die Möglichkeit verlieren, als Gewerkschaft zu agieren. Selbst der staatstragende Arbeitsrechtler Däubler hat festgestellt, dass ein derartiger Anschlag auf das Streikrecht rechtlich nur noch durch das Verbot der jeweiligen Gewerkschaft übertroffen werden könnte.

Weitere Themen aus dem Flugblatt:

•    Der demagogische Trick mit dem „Betrieb“
•    Ein Gesetz zur verschärften Unterdrückung von Streiks
•    Die DGB-Führung als Vorreiter des Streikverhinderungsgesetzes
•    Keine Illusionen über das „Streikrecht“ in Deutschland heute
Das alles macht deutlich, dass es gegen dieses Streik¬verhinderungsgesetz mit allen zu Gebote ste¬henden Mitteln gemeinsam zu kämpfen gilt.
*  *
Gegen eine bornierte „gewerkschaftliche Beschränktheit“ ist es für uns als GewerkschafterInnen gegen Dummheit und Reaktion wichtig, mit fortschrittlichen Initiativen eine enge Zusammenarbeit anzustreben. Es geht um den wirklich nötigen gemeinsamen Kampf gegen Sozialabbau, gegen staatliche Repression, gegen Kriegspolitik, gegen die Abschiebung von Flüchtlingen und Werktätigen aus anderen Herkunftsländern, gegen Nazi-Terror, gegen rassistische, antimuslimische und antisemitische Hetze – in engster Solidarität mit allen davon Betroffenen hier und international.

Wie immer würden wir uns freuen, wenn ihr das Flugblatt bei euch verlinkt bzw. auf eure eigene Homepage stellt. Gedruckte Flugblätter könnt ihr auch gerne anfordern.

Diese Flugblatt kann hier auch als PDF runtergeladen werden:
http://gewantifa.blogsport.eu/files/2015/04/gewantifa-nr-39.pdf
http://gewantifa.blogsport.eu/gegen-das-vom-dgb-zusammen-mit-dem-kapitalistenverband-bda-initiierte-streikverhinderungsgesetz-kaempfen/

Mindestlohn und Koalitionsfreiheit hinter Gittern!

MiloimKnast
Arbeit und gewerkschaftliche Organisation unter den Bedingungen des Strafvollzugs

Seitdem sich im Mai 2014 in der JVA Tegel eine Initiative gründete, die als nicht-rechtsfähiger Verein den Anspruch erhebt, jenseits der offiziellen Strukturen der Gefangenen-mitverantwortung (§ 160 StVollzG) als neue Gefangenengewerkschaft die Interessen ihrer Mitglieder in Bezug auf das Arbeitsverhältnis und die Arbeitsbedingungen zu vertreten, kann die Gefangenen-Gewerkschaft als bundesweite Organisation (GG/BO) großen Zulauf verzeichnen. Von den Justizministerien und -behörden fordert sie u.a. die Anerkennung ihrer Tariffähigkeit, die Durchsetzung des gesetzlichen Mindestlohns in den Betrieben der Justizvollzugsanstalten und die Einbeziehung der Gefangenen in die Rentenversicherung. Gegen diese Forderungen haben sich Politiker_innen wie Berlins Innensenator positioniert und bestreiten, dass Gefangene statusrechtlich als Arbeitnehmer_innen gelten können, weil im Vollzug Arbeitszwang bestehe und sie daher kein Lohnarbeitsverhältnis eingegangen seien. Folglich könnten sie sich auch nicht auf die Tariffreiheit berufen und keinen Mindestlohn fordern.

Zudem gibt es direkte Angriffe von der JVA Tegel auf Aktive der GG/BO, wie momentan auf den Rechtssekretär Mehmet Aykol, dem nun plötzlich Vollzugslockerungen vorenthalten werden sollen, da er „sich allgemeinen Projekten [widmete], welche nichts mit seinem individuellen Weiterkommen zu tun hatten (z.B. Mitbegründung einer Gefangenengewerkschaft).“ (wörtlich aus der Fortschreibung seines Vollzugsplans). Dem muss mit Solidarität von Gewerkschaftern und Basisaktivisten begegnet werden, denn ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle!


Am 12.3. um 18 Uhr in der Rothen Ecke begründet der Journalist Peter Nowak (http://peter-nowak-journalist.de/), der in den letzten Monaten in zahlreichen Zeitungen über die Gründung und Entwicklung der GG/BO publiziert hat, warum die Koalitionsfreiheit ebenso wie der Mindestlohn auch im Gefängnis gelten muss und warum der Kampf darum in einer Zeit, in der die Knastarbeit wachsende Bedeutung bekommen hat, eine allgemein-gewerkschaftliche Forderung sein sollte.


Rothe Ecke e.V.
Naumburgerstr. 20a
34127 Kassel